Bisher größter Delfinfang der Saison

07. Nov 2010

Gefangen, Getötet, Freigelassen. So lässt sich kurz zusammenfassen, was die letzten Tage in Taiji geschehen ist. Am 4. November morgens gelang es den Delfinjägern, die bisher größte Delfinschule in dieser Jagdsaison in die Bucht zu hetzen. Die Anzahl der gefangenen Tümmler, es waren weit mehr, als von den Beobachtern vor Ort zunächst geschätzt, lag bei etwa 130 bis 140.

Am 5. November holten Delfintrainer und Jäger 36 Tiere heraus und brachten sie zu den Gittergehegen im Hafen von Taiji, wo offenbar jetzt noch zusätzliche Gehege angelegt werden. Ein Jungtier kam ins Walmuseum. Die restlichen Delfine blieben gefangen. Gestern Samstag, 7. November schleppten die Delfinquäler 14 weitere Tiere in die Gehege im schmutzigen Hafenwasser. Direkt neben diesen Käfigen ist übrigens die Schlachtbarke vertäut, damit die gefangenen Delfine noch einmal so richtig das Blut ihrer abgeschlachteten Artgenossen riechen können. Zwei Tümmler wurden per Lastwagen ins Walmuseum verfrachtet.

Die Schlachtbarke „Isana“ lag zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits vor der Todesbucht. Dies bedeutet stets das Schlimmste. So schritten die Schlächter einmal mehr zur Tat und massakrierten 25 bis 30 Delfine. Die übriggebliebenen rund 50 bis 60 Tiere wurden schließlich ins offene Meer gejagt.

Exakte Zahlen gibt es keine. Die Schätzungen basieren auf Beobachtungen und Schätzungen von Scott West von „Sea Shepherd“, welcher zurzeit das Geschehen an der Bucht permanent beobachtet. Ebenso ist nicht klar, ob es sich bei sämtlichen der in die Bucht getriebenen Tiere um Tümmler handelte, vermutlich aber schon. So oder so ist einmal mehr die so genannte „non slaughter policy“ widerlegt, gemäss welcher angeblich keine Delfine abgeschlachtet werden, wenn gleichzeitig eine Lebend-Auslese für Delfinarien stattfindet.

Der Japanische Verband für Zoos und Aquarien JAZA – das Taiji-Walmuseum und Delphinarium ist Mitglied des JAZA – und der Weltverband für Zoos und Aquarien WAZA – der JAZA ist Mitglied des WAZA – entpuppen sich dabei nicht nur als zahnlose Organisationen, wenn es um den Schutz von Delfinen geht. Sie sind vielmehr der Komplizenschaft überführt. Einmal mehr: der Komplizenschaft mit den Delfinschlächtern von Taiji. Und dadurch mitverantwortlich für die größte Delfinabschlachtung der Erde.

Damit sind in dieser Jagdsaison in Taiji bisher rund 170 Delfine getötet worden. Noch keine besonders hohe Zahl im Vergleich zum selben Zeitpunkt in anderen Jahren. Doch dies kann sehr schnell ändern – wie soeben festzustellen war. Und die Wellenvorhersage für die kommenden Tage ist schlecht. Sie sagt für die Küste vor Taiji eher ruhiges Wasser voraus und damit weiter gute Bedingungen für die Delfinjagd. Siehe dazu folgenden Link (die Kii-Halbinsel befindet sich dabei ganz links, unten):
http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave/kanto.html?c=anime_0&m=height

 

 

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