Die grosse Panik

11. Jan 2011

Cove

(Siehe auch Video dazu, hier)

Nach einem ruhigen Tag ist es heute mit dem Frieden wieder vorbei. Kurz nach zehn Uhr haben die Peiniger rund 25 Streifendelfine in die Bucht von Taiji gehetzt und direkt in der Todesbucht mit mehreren Netzen abgeriegelt. Was geschehen wird, ist damit schon klar. Wir sind versteckt über den Felsen am Tsunami-Hügel, beobachten, fotografieren und filmen alles. Die Jäger verschwinden erst mal mit ihren Booten in Richtung Hafen, bevor sie wieder kommen… Was wir zwischenzeitlich zu sehen bekommen, ist kaum zu ertragen.

Streifendelfine sind ausgesprochene Hochsee-Delfine. Von Natur aus sind ihnen Hindernisse im Wasser völlig unbekannt. Entsprechend ist für sie das Eingesperrt-Sein zwischen schroffen Felsen und Netzen ein absolut fremder Horror. Nackte Panik bricht aus. Die verstörten Tiere werfen sich gegen die kantigen Felsen, springen an ihnen hoch und verletzen sich teilweise schwer. Mehrere Tiere bluten stark und haben schlimme Schürf- und Schnittwunden.

Ein Delfin hat sich unterhalb der Mauer beim Gehweg an einem Felsen so schlimm eingekeilt, dass er nicht mehr loskommt. Hilflos windet sich das gestrandete Tier. Das Wasser färbt sich rot. 25 Minuten dauert dieser Horror. Dann kommen die Peiniger zurück um dem Schrecken ohne Ende ein schreckliches Ende zu bereiten. Die Abdeckplanen werden gezogen, da wo die Delfine bald sterben müssen. Rundherum wird die Sicht versperrt. Die Tiere werden darunter gejagt und teilweise an Seilen um den Schwanz hineingezerrt, auch der verletzte Delfin.

Dann verraten nur noch furchtbare Geräusche, was nun unter den Planen geschieht – und das Blut das im Wasser darunter hervorquillt… Zwei Jungtiere werden noch lebendig mit einem Boot abtransportiert. Und zwei weitere Delfine suchen das Weite! Sie entkommen über die Netze! Einen sehen wir nicht wieder. Er war offensichtlich verletzt, so wie er sich bewegte. Ob er entkommen oder kurz darauf gestorben ist, wissen wir nicht. Der andere ist so schwer verletzt und verstört, dass er nicht mehr richtig schwimmen kann. Er drängt sich ausserhalb der Absperrnetze gegen die Felsen, ehe die gnadenlosen, wüst rufenden Peiniger ihn über die Netze hinweg wieder unter die Abdeckplanen in den sicheren Tod zerren.

Noch vor Mittag ist der Horror vorbei. Aber es fühlt sich an, als wären Tage vergangen…

Um das ganze Geschehen als Video anzuschauen bitte hier klicken (in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

Bilder:

 

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