Kalt-Start

02. Feb 2011

treibjagd

Der Monat ist noch nicht zwei Tage alt und bereits mussten wieder über 20 Rundkopfdelfine in der Todesbucht ihr Leben aushauchen. Ich gewöhne mich nie an den Anblick, wenn die Jagdboote draußen auf dem Meer sich formieren und dann aufgereiht Delfine vor sich hertreiben; wenn schwarzer Rauch aus den Schornsteinen aufsteigt durch die raschen Wendemanöver, um den Meeressäugern den Weg abzuschneiden. Und an die harten trockenen Klopfgeräusche, die auch über Wasser noch äußerst penetrant tönen, wenn die Peiniger auf ihre Lärmstangen hämmern, um die Delfine in Panik zu versetzen und ihre Kommunikation zu unterbinden. Gestern waren es acht Tiere, heute etwa 15. Das darf einfach nicht wahr sein! Aber es ist die bittere Wahrheit.
 
Daneben hat sich in Taiji noch ein anderes Drama abgespielt. In der Dolphin Base in Taiji, einer Delfinhändler-Anlage, rund einen Kilometer von der berüchtigten Bucht entfernt, wurden drei Weißstreifendelfine aus einem Gittergehege entnommen. Beladen mit den drei Tieren in engen Holzkästen nahm ein Sattelschlepper seine Fahrt auf. Nach mehreren Stunden Fahrt geriet der Lastwagen nordwestlich von Osaka in starkes Schneetreiben, kam von der glatten Fahrbahn ab und blieb an einer Leitplanke stecken. Erst nach geschätzten acht Stunden ging die Fahrt endlich weiter. Die ganze Zeit über mussten die drei Delfine in der kalten Finsternis ihres engen Gefängnis’ ausharren.
 
Rund 30 Stunden soll die Lastwagenfahrt schließlich gedauert haben, meinen Mitglieder von „Sea Shepherd“, die dem Lastwagen mit einem Mietauto gefolgt sind. Die tierquälerische Reise endete in der Präfektur Oita (Insel Kyushu), im Tsukumi Dolphin Island, einem neuen Aquarium und Delphinarium in der Stadt Tsukumi. Diese Anlage soll erst im April dieses Jahres überhaupt eröffnet werden. Dass damit schon wieder eine neue Delfin-Anlage in Japan ihre Türen öffnet, zeigt leider, dass die Zahl der Delfinarien in Japan noch immer steigt – und somit die Nachfrage nach lebenden Delfinen… Gefangen unter grauenhaften Umständen in Taiji.

Zu den Bildern (Bildautor: Hans Peter Roth):

- Treibjagd in vollem Gang
- Delfinjäger haben eine Schule von Rundkopf-Delfinen in die Bucht gehetzt und sie bereits weiter in die Todesbucht hineingetrieben. Auf dem Schild, welches in der Bucht dümpelt, steht, die zwischen diesen Netzen gefangenen Delfine seien Eigentum der Fischereikooperative von Taiji. Unbefugtes Hineinschwimmen in diesen Bereich werde gerichtlich verfolgt.

Zurück

Einen Kommentar schreiben