Einsatz gegen die Robbenjagd der Rekorde

08. Apr 2011

FFW

Fast eine halbe Million Robben sollen diesen Frühling in Kanada sterben. Gemeinsam mit Vera Weber von der  Fondation Franz Weber werde ich während einer Woche die Robbenjagd vor Ort beobachten und dokumentieren. Denn dieser tier- und artenschützerische Irrsinn hat auch Bezüge zur Schweiz.

468'200 Robben. Diese unfassbare Tötungsquote hat die kanadische Regierung für den Frühling 2011 festgelegt. Zur Jagd freigegeben sind vor der kanadischen Ostküste Sattel-, Grau- und Klappmützen-Robben. Vera Weber von der Fondation Franz Weber (FFW) mit Sitz in Montreux äussert sich entsetzt: «Falls die Quote ausgeschöpft würde, käme es dieses Frühjahr dort zum grössten Massaker an Meeressäugern in der Geschichte

Dieses Wochenende bricht ein Team der FFW auf, um die Robbenjagd in Kanada zu dokumentieren. Das Material und die entsprechenden Zusammenhänge werden der Presse zur Verfügung gestellt. Nach einem extrem milden Winter ist das Packeis vor den Küsten Neufundlands, Labradors und am Golf von St. Lorenz heuer besonders dünn und fehlt oft ganz.

Für die Robben, die hier ihre Jungen zur Welt bringen wollen, ein gewaltiges Problem. Vielerorts finden Robbenmütter nun keine geeigneten Eisschollen für die Geburt. Wenn sie aber im Wasser gebären müssen, bedeutet dies unweigerlich den Ertrinkungstod für die Jungen. «Zu dieser Belastung kommt nun noch die Jagd hinzu», sagt Vera Weber von der FFW: «Dies wird die Sattelrobben-Population nachhaltig schwächen.»

Das Geschehen an Kanadas Ostküste hat auch Bezüge zur Schweiz. So hat die EU im Sommer 2010 ein Importverbot von Robbenprodukten in Kraft gesetzt, unter anderem dank der Arbeit der FFW in Kanada und im EU-Parlament. Seit 2008 lobbyiert die FFW gemeinsam mit der Schweizer Organisation OceanCare intensiv für ein Import- und Handelsverbot für Robbenprodukte auch in der Schweiz. Ein solches ist aber im Herbst 2010 absolut unverständlicherweise am Widerstand des Ständerates gescheitert.

Damit politisiert die kleine Kammer völlig am Volk vorbei. Eine aktuell vom Institut GFS-Zürich im Auftrag der FFW durchgeführte Umfrage hat nämlich ergeben, dass 89 Prozent der Befragten dem Verkauf oder dem Handel von Robbenprodukten kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. «Und dies ohne Erwähnung der Jagdmethoden!» betont Vera Weber. Nennt man auch die brutalen aktuellen Jagdmethoden, lehnen sogar 97 Prozent den Handel von Robbenprodukten in der Schweiz ab.

«Die Forderung ist glasklar: Die Schweizer wollen keine Robbenprodukte», erklärt die Kampagnenleiterin und Augenzeugin der kanadischen Robbenjagd. «Angesichts der Klimaerwärmung und schwindenden Biodiversität muss diese Massenschlächterei nun endlich aufhören. Die Schweiz kann dazu beitragen, wenn sie ihre Märkte wie die EU schliesst.» Die FFW wird dafür weitere Überzeugungsarbeit leisten. Unter anderem dank einem Team vor Ort, welches diese Barbarei aktuell dokumentiert.

Die Fondation Franz Weber mit Sitz in Montreux, gegründet 1975 von Franz Weber, arbeitet zum Wohl von Tier, Natur und Menschheit. Kontakt: Fondation Franz Weber, Vera Weber (Director), Case postale, 1820 Montreux. Handy: 079 210 54 04, Büro Montreux: 021 964 24 24, Büro Bern: 031 992 02 56. Email: veraweber@ffw.ch.
Siehe auch www.ffw.ch.
Petition gegen die Einfuhr von Robbenprodukten: www.ffw.ch/index.php?id=284

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