Robbenjagd - Schockierende Beobachtungen

20. Apr 2011

Robbenjagd

Ich erwartete Schlimmes, als ich mich mit Vera Weber von der Fondation Franz Weber (www.ffw.ch) auf den Weg machte, um die Robbenjagd in Kanada zu dokumentieren. Ich machte mich gefasst, aus dem Hubschrauber Robbenjäger zu beobachten, welche von ihren Booten auf die Eisschollen springen, um mit ihren "Hakapiks" Robben zu Tode zu knüppeln, blutiges Eis, Kadaver, etc.

Das bekam ich auch zu sehen. Immerhin: wenn die Jäger den Kopf richtig treffen, dann sind die Robbenbabys auch schnell tot. Den Stress haben die armen, hilflosen Tiere, für die es kein Entrinnen gibt, vorher. Und sie leiden unter dem fehlenden Treibeis. Aber ich bekam weit mehr als nur das zu sehen: Wenig Eis, aber viel Wind und hohe Wellen. Alles in Bewegung. Das Wasser, die Schollen, die Boote und dieTiere.

Doch dies hielt die Robbenjäger nicht davon ab, auf grosse Distanz auf die Jungrobben zu schiessen. Das Resultat unvermeidlich. Fast keine Babys durch die Kugeln sofort tot. Umsomehr trugen sie grauenhafte Verletzungen davon und erlitten sichtlich furchtbare Qualen. Bis dann die Jäger "endlich" kamen - und sie mit dem Hakapik oder Fangschuss erlösten? Meistens Nein.

Zu bequem, um aufs Eis zu springen, spiesste die Mehrzahl der Robbenjäger ihre noch lebenden Opfer mit Haken an langen Stangen auf und riss sie an Bord. Ich bin sprachlos. Die Jäger wussten, dass wir sie aus dem Hubschrauber beobachteten. Was für eine Schamlosigkeit. Wo blieb das kanadische Monitoring? Wo die Humanität? Des ungeachtet dürfen Robbenprodukte weitrhin in die Schweiz eingeführt werden - Ständerat sei Dank...

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