Nach dem Tsunami - schockierende Bilder aus Otsuchi

11. Mai 2011

Otsuchi

Otsuchi war der "Hauptort" der Schweinswaljagd. Nun ist das Küstenstädtchen der vielleicht am stärksten zerstörte Ort nach der Tsunami-Katastrophe. Allein hier sind Tausende von Toten zu beklagen. Kyoko Tanaka hat fotografiert.

Von Otsuchi aus liefen jeweils die Schweinswaljäger aus, mit ihren Harpunen-Jagdbooten, um die kleinen Schweinswale - in ihrer Grösse, Intelligenz und Geschwindigkeit vergleichbar mit Delfinen - zu jagen. Rund 15'000 dieser intelligenten Meeressäuger (früher noch bedeutend mehr) wurden hier und vor der japanischen Nordostküste insgesamt, erlegt. Es war das grösste Massaker an Cetaceen (Waltieren) weltweit. Allerdings schwer kontrollierbar, weil die Tiere hier auf offenem Meer erlegt wurden, im Gegensatz beispielsweise zur Bucht von Taiji, wo die Meeressäuger in die Todesbucht getrieben werden.

Möglicherweise wird es damit nun für immer vorbei sein. Dies ist zumindest die Einschätzung von Clare Perry, die als Mitarbeiterin der Environmental Investigation Agency (EIA) seit Jahren die Schweinswaljagd von Otsuchi und dem benachbarten, nun ebenfalls schwer zerstörten Kamaiishi beobachtet hat. Der Tsunami hat viele Jagdboote unbrauchbar gemacht, wie die erste Aufnahme von Kyoko Tanaka zeigt (s. unten). Unter den Tsunami-Opfern sind vermutlich auch Schweinswaljäger.

Ohnehin wird Otsuchi nicht wieder unten an der Küste aufgebaut. Zudem wird hier auch die Fischerei nicht so schnell wieder in Gang kommen, selbst wenn die Infastruktur wieder aufgebaut wird. Denn niemand will mehr Fisch essen aus dem radioaktiv verseuchten Meer vor der japanischen Ostküste.

Möge den Opfern die Hilfe zuteil werden, die sie gebrauchen.
Und mögen nie wieder Boote zur Schweinswaljagd aus Otsuchi auslaufen.

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