Wohin die Reste gehen

30. Okt 2011

Delfinjagd

Die vergangene Woche war für die Delfine die bisher schlimmste dieser Jagdsaison. An vier verschiedenen Tagen trieben die Jäger erfolgreich Rundkopfdelfine in die Todesbucht und töteten die meisten davon. So fielen den Delfinjägern auch gestern wiederum etwa zehn der empfindsamen Meeressäuger zum Opfer. In der ganzen Woche waren es etwa 40 Tiere.

Heute aber war zum Glück ein guter Tag für die Delfine. Regen, Wellen, Wind und Sonntag. Mehr als genug, um die Jagdboote im Hafen zu behalten. Ein weiterer Tag, um mit allem anderen, was so an Arbeit anfällt, aufzuholen. Und Zeit für Recherchen. Manchmal allein, manchmal gemeinsam mit Freunden, die auch hier sind.

Zu den Recherchen gehört, dass es jemandem (aus diversen, sicher für alle nachvollziehbaren Gründen nenne ich keine Namen) gelungen ist, zu beobachten und fotografieren, wie Reste von geschlachteten Delfinen, das heisst Eingeweide, Knochen und Köpfe, in grosse Behälter abgefüllt und auf einen Kleinlaster verladen wurden.

Ebenfalls ist es gelungen, diesem Kleinlaster vom Schlachthaus in Taiji aus zu folgen. Das Fahrzeug fuhr nach Katsuura, zum dortigen bekannten Fischmarkt, wo täglich viele Tonnen Thunfisch und andere Fischarten umgesetzt werden. Hier stehen jeden Morgen viele Grossbehälter herum, in welche die Fischer alle Fischabfälle werfen.

Hierher also kommen auch die Quecksilber-belasteten traurigen Reste der geschlachteten Delfine. Bis zu diesem Punkt ist alles klar. Der Rest ist vorderhand Spekulation. Ich gehe davon aus, dass die Delfinreste den Fischresten von Katsuura beigemischt und dann maschinell zu einem Brei püriert werden.

Was könnte mit diesem Brei geschehen? Ich sehe drei Verwertungs-Möglichkeiten:

1) Verarbeitung zu Düngemittel
2) Verarbeitung zu Tierfutter
3) Verarbeitung zu Futter für die wachsende Zahl von Fischzuchten in der Präfektur Wakayama.

Dies soll also unser nächster Schritt der Aufklärungsarbeit sein.

Zum Bild:
Hans Peter Roth bei der Beobachtung der Delfinjagd auf offener See.
(Bild von Leah Lemieux)

Zur Bildergalerie:
- Delfinköpfe...
- Delfinflossen...
- Delfinknochen...
- Delfin-Eingeweide...
- und ein Mordinstrument.
Abfälle von geschlachteten Delfinen im Schlachthaus von Taiji wandern in Grossbehälter, werden ins benachbarte Katsuura transportiert und auf dem dortigen Fischmarkt mit Fischresten vermischt. Was mit diesem Quecksilber-kontaminierten Mix dann geschieht, ist noch zu recherchieren.
(Tele-Aufnahmen von Martyn Stewart)

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