Wichtigster Medienpreis Europas geht an… Richard O’Barry!

11. Nov 2011

bambi

«Besucht keine Delphinarien!» Richard O’Barrys Botschaft war einfach und klar, als er sich übers Fernsehen Live an rund fünf Millionen Zuschauer/innen im deutschen Sprachraum wandte. «Wenn wir diese Gefangenschafts-Industrie nicht mit Eintrittskarten unterstützen, müssen die Delphinarien dicht machen und endlich sind alle Delfine frei», sagte der Delfinschützer, als er einen «Bambi» erhielt, Europas renommiertesten Medienpreis.

Er arbeite weiter hart daran, sich selber überflüssig zu machen, meinte er in seiner Live-Ansprache am Donnerstagabend, 10. November 2011 in Wiesbaden. «Wenn es mich mal nicht mehr braucht, dann werde ich sehr glücklich sein. Dann wird es nämlich keine Delfine mehr in Gefangenschaft geben.» Der ehemalige «Flipper»-Trainer macht sich keine Illusion, dass es bis dahin ein langer Weg ist – mit einer schwer zu tragenden Last; denn er war einst selber Teil der Delphinarien-Industrie, gegen die er sich nun so wehrt.

Schwer wiegt nicht nur das Prestige des Bambi-Preises, sondern auch das physische Gewicht der Auszeichnung. Dies stellte er auch lachend fest, als er vor dem klatschenden Publikum die Trophäe hochstemmte. «Morgen früh stelle ich das Ding auf Ebay, damit ich wieder etwas Geld für meine Kampagnen erhalte», kündigte er an, um gleich darauf einzugestehen, dass er das Goldreh nicht mehr weggeben dürfe. «Meine Tochter hat Bambi schon zu sehr ins Herz geschlossen.»

Der bekannteste Delfinschützer der Welt vollzog 1970 eine 180-Grad-Kehrtwende, als er das schreckliche Leiden der Delfine in Gefangenschaft erkannte. O’Barry wandte sich von seiner Aufgabe als Delfintrainer der «Flipper»-Delfine und von der Delphinarienindustrie ab und wurde Delfinschützer. Der Aktivist hat den Bambi in der Kategorie «Unsere Erde», für seine herausragenden und mutigen Leistungen erhalten. Er konnte die Auszeichnung u.a. inmitten von Stars wie Thomas Gottschalk, Justin Bieber, Gwyneth Paltrow oder Lady Gaga entgegennehmen.

«Die Bilder aus dem Film ‚Die Bucht’ mit Richard O’Barry als Hauptprotagonisten haben mir den Schalf geraubt», sagt die bekannte deutsche Newsmoderatorin Judith Rakers. Sie hat Richard O’Barry den Bambi überreicht. Ihre Rede war emotional, kompetent, überzeugend, stark. Ebenso der eindrückliche kurze Filmbeitrag über O’Barrys Engagement gegen den Delfinfang in Japan. Zuerst treiben die Delfinjäger im kleinen japanischen Fischerdorf Taiji alle Tiere in einer kleinen Bucht zusammen, um die schönsten Delfine lebend zum Verkauf an Vergnügungsparks auszulesen. Dann werden die restlichen Meeressäuger abgeschlachtet.

Der buchstäblich ausgezeichnete Aktivist ging in seiner Rede auch auf das traurige Leben gefangener Delfine ein und erwähnte ausdrücklich die Situation im Schweizerischen Delfinpark «Connyland», wo soeben wieder ein Delfin gestorben ist – der siebte in nur drei Jahren. Viele Augen blieben in diesen emotionalen Minuten nicht trocken. Gleichzeitig war Richard O’Barrys kurze Rede an das Millionenpublikum Deutschlands, der Schweiz und Österreichs aber ermutigend und hoffnungsvoll.

«In Deutschland gibt es gerade noch drei Delphinarien, und eines davon wird 2012 geschlossen», zeigte er sich zuversichtlich. «In der Schweiz ist ein Delphinpark übriggeblieben. Sie alle werden früher oder später schliessen.» Und so wie der Delfinschützer auf die Bühne kam, verliess er sie auch wieder. Mit einer einfachen, klaren Botschaft: «Je früher, desto besser. Also: besucht keine Delphinarien!»

Beachte auch folgende Links
Aktuelles Statement nach dem Bambi von Ric O'Barry auf Youtube (Video von Hans Peter Roth):
http://www.youtube.com/watch?v=jNzPHRwMPPk&feature=mfu_in_order&list=UL

Bambi 2011 - ARD-Sendung vom 10. November 2011, 20.15, Teil 1
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8721556
(für den Beitrag mit Ric O'Barry bitte vorscrollen auf 36.50 Minuten)

 

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