Ernüchternde Bilanz der Delfinjagd in Taiji

28. Feb 2013

Taiji

Kurz vor dem 1. März ist die aktuelle Delphinjagd-Saison in Taiji nach sechs Monaten beendet worden. Seit der Film «Die Bucht» («The Cove»), der die Delphinmassaker in der Bucht von Taiji eindringlich dokumentiert, vor drei Jahren einen Oscar gewann, ist das Fischerdorf an der Südküste der japanischen Hauptinsel Honshu weltweit bekannt geworden. Heute ist Taiji der einzige Ort in Japan, wo noch Delphine getötet oder zum Verkauf an Delphinarien lebend gefangen werden.

In der zu Ende gegangenen Jagdsaison wurden in Taiji ungefähr 900 Delphine getötet (gegenüber ca. 750 Tieren 2011/12). Geradezu explodiert ist die Zahl gefangener Delphine für den Lebendverkauf an Delphinarien auf rund 250 (gegenüber ca. 50 Tieren 2011/12) und freigelassener Delphine (rund 340 gegenüber ca. 50 Tieren 2011/12). Bemerkenswert ist, dass bei den Rundkopfdelphinen die zugelassene Fangquote (270) sogar um sieben Tiere überschritten wurde.*

Die Zunahme getöteter Tiere hat mit der Nachfrage nach Delfinfleisch zu tun. diese hat aber NICHT zugenommen. Doch das Delfin- und Grindwalfleisch aus Taiji wird nun teilweise in die Präfektur Shizuoka geliefert, wo unter den älteren Generationen teilweise noch eine Nachfrage nach Delfin- und Walfleisch besteht. Geliefert wurde nach Shizuoka aber bislang vor allem Fleisch von der Schweinswaljagd aus der Präfektur Iwate. Doch die Schweinswaljagd ist nach der Tsunami-Katastrophe vor zwei Jahren praktisch zusammengebrochen. Nun füllt Taiji teilweise diese Lücke und konnte dieses Jahr deshalb wieder etwas mehr Delfinfleisch verkaufen. Insgesamt ist in Japan die Nachfrage nach Delfin- und Walfleisch aber weiter deutlich rückläufig.

* Quellen dieser Angaben sind Bestandaufnahmen von OceanCare und befreundeter Organisationen vor Ort, sowie Einschätzungen von www.ceta-base.com/drivefisheries.html

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Kommentar von ellie | 08. Apr 2013

Diese unerhöhrte Zahl gehört in die Überschrift. 900! Das muß man sich erstmal bewußt machen. Was hat das überhaupt noch mit der ursprünglichen Jagd, um zu überleben, zu tun? Es erinnert einen doch sehr an das hirnlose Niedermetzeln von Büffeln durch den "weißen Mann"in den USA. Doch mittlerweile sollte die Menschheit dazugelernt haben.