Trainerin stirbt nach Orca-Attacke in SEA WORLD, Florida

27. Feb 2010

WDCS

Der Tod einer Trainerin im SEA WORLD-Park in Orlando, Florida, USA, ist kein Einzelfall. Es ist ein weiterer trauriger Höhepunkt in der Geschichte von Delfinarien und Vergnügungsparks. Sie basieren auf dem falschen Grundsatz, eines der intelligentesten und höchst entwickelten marinen Säugetiere, den Orca, in Gefangenschaft zu halten. Es ist nicht das erste, sondern bereits das dritte Mal, dass Tilikum, der männliche Orca, der in den gestrigen Vorfall verwickelt war, in einen tragischen Unfall mit tödlichem Ausgang für einen Menschen verwickelt ist. Es ist der zweite Todesfall dieser Art innerhalb von wenigen Wochen. Ende 2009 verunglückte ein Trainer im „Loro Parque“, Teneriffa, während des Trainings mit einem Orca tödlich. Während Orcas in der Wildnis soziale Säugetiere sind, die ihre gesamte Lebenszeit im selben sozialen Verband verbringen, werden sie in Gefangenschaft einzeln in Betonbecken gehalten.

Schwertwale in Gefangenschaft

Ein Schwertwal in freier Wildbahn legt täglich bis zu 160 Kilometer zurück und schwimmt dabei teilweise mit einer Rekordgeschwindigkeit von bis zu 56 Km/h. Die beeindruckenden Tiere faszinieren Menschen seit Urzeiten, und werden von manchen Völkern wie Gottheiten verehrt. Doch leider brachte den Orcas diese Beliebtheit nicht nur positives: Seit den 60er Jahren wurden unzählige Orcas gefangen genommen um in Shows und Aquarien weltweit das zahlende Publikum zu unterhalten. Seit 1960 starben dabei von 136 gefangenen Walen bis heute 123 Tiere. Die durchschnittliche Lebensdauer in Gefangenschaft beträgt für die Tiere ungefähr 10 Jahre – was im krassen Gegensatz zu dem Alter von 60 Jahren für freilebende Männchen und sogar 90 Jahren für freilebende Weibchen steht.

Ein Leben in Gefangenschaft bedeutet großes Leid für die sozialen Tiere: einmal aus ihrem Familienbund herausgerissen werden sie gezwungen auf engsten Raum mit fremden Artgenossen zu leben. Oft haben die aus der ganzen Welt verschleppten Tiere verschiedene Dialekte und können so nicht richtig miteinander kommunizieren, was zu sozialen Spannungen zwischen den Tieren und viel Stress für die einzelnen Wale führt. Die viel zu kleinen Becken, die nur doppelt so lang sein müssen wie der Orca selbst, tun ihr übriges dazu. Ein Schwertwal, der in freier Natur 60 Meter tief im fast grenzenlosen Ozean tauchen kann, ist in einem nur 4 Meter tiefen Becken (Mindesttiefe) voller künstlichen, mit Chlor angereicherten Salzwasser extrem in seinem natürlichen Bewegungsdrang eingeschränkt und überlebt diese Tortur nur selten länger als 10 Jahre.

Anders verlief das Schicksal von Corky. Die 44 Jahre alte Schwertwaldame wurde vor genau 40 Jahren, am 11.12.1969 von Fischern an der Sunshine Coast nördlich von Vancouver in British Columbia, Kanada gefangen genommen und in ein Delfinarium verschleppt – und hat bis heute überlebt. Damit hält sie mit 40 Jahren Freiheitsentzug den traurigen Rekord des am längsten in Gefangenschaft überlebenden Schwertwals auf der Welt.

Mehr: siehe www.wdcs-de.org

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