Beinahe-Katastrophe in Schweizer Delfinarium: Kind fällt ins Delfinbecken

14. Apr 2010

Peta

Lipperswil (CH) / Gerlingen (D), 14. April 2010 – Am Sonntag wurden zwei Kinder im Schweizer Delfinarium „Conny-Land“ während einer Show von einem Delfin im Boot durchs Wasser gezogen. Andere Delfine sprangen über sie hinweg. Plötzlich kenterte das Boot und ein Kind fiel ins Wasser. Ein lebensgefährlicher Unfall, so die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. Denn Delfine sind Wildtiere, können aggressiv werden, Menschen verletzen oder sogar töten. Im Sea-World-Streichelzoo in Orlando biss ein junger Delfin 2006 einem 6-jährigen in den Arm und ließ erst durch Schläge auf den Mund von dem Kind ab. PETA fordert das Schweizer „Conny-Land“ sowie die drei deutschen Delfinarien in Duisburg, Münster und Nürnberg dazu auf, die Delfinhaltung grundsätzlich auslaufen zu lassen.

„Delfin-Shows vermitteln Kindern, dass Delfine lächelnde Clowns sind, die sich in Gefangenschaft wohl fühlen“, gibt Tierschutz-Pädagogin Ulrike Müller-Kiefer von PETA zu bedenken. „Kinder bekommen leider oftmals von der Gesellschaft vermittelt, dass das Leiden von Tieren für wirtschaftliche Zwecke normal und gerechtfertigt sei. Aus pädagogischer Sicht schlichtweg falsch.“ Delfine bleiben Wildtiere. Sie haben auch in Gefangenschaft die gleichen Bedürfnisse wie ihre freilebenden Artgenossen. Heutige Studien sprechen Delfinen nahezu die gleiche Intelligenz wie Menschen zu. Die hochsensiblen Tiere, normalerweise  in Familienverbänden lebend, können aufgrund der eingeschränkten Haltungsbedingungen in Delfinarien niemals ihre sozialen Fähigkeiten ausleben. Aus Tierschutz-Gründen fordert PETA ein generelles Verbot von Delfinen in Shows und Tierparks. Im Zuge der Kampagne hat PETA den Schulen in Nürnberg, Duisburg und Münster die DVD des Dokumentar-Films „Die Bucht“ zur Verfügung gestellt und bittet Pädagogen darum, die Problematik von Delfinarien in der Schule zu thematisieren.

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