«So grausam waren die Robbenjäger hier noch nie»

22. Jun 2011

Südostschweiz

Was in der EU verboten ist, ist hierzulande noch immer erlaubt: der Handel mit Robbenprodukten. Um dies zu ändern, haben Tierschützer gestern zuhanden der eidgenössischen Räte eine Petition mit 97’750 Unterschriften übergeben.

Von Hans Peter Roth

Bern/St. John’s. – Vera Weber kann kaum auf den Monitor der hochauflösenden Kamera schauen. «So grausam waren die Robbenjäger hier noch nie», sagt sie. Im Helikopter schwebt sie vor der Küste Neufundlands über einem Boot der Jäger. Der Wind rüttelt. Alles ist in Bewegung: das Meer, die Boote, die spärlichen Eisschollen und die jungen Sattelrobben darauf. Kanadische Jäger nehmen sie oft aus über 200 Meter Distanz ins Visier. Schiessen – und treffen fast nie tödlich. Verletzt winden sich die Robbenbabys auf den Schollen. Bis die Jäger kommen, sie lebendig an Haken aufspiessen und aufs Boot schleudern. Diesen Frühling hat die Kampagnenleiterin der Fondation Franz Weber (FFW) die Robbenjagd an der kanadischen Atlantikküste zum dritten Mal beobachten können.

Seit Jahren kämpft die Tochter des bekannten Schweizer Umweltschützers Franz Weber gegen die Robbentötungen. «Angesichts der neusten Eindrücke aus Neufundland ist es für mich weniger verständlich denn je, dass der Ständerat letzten Herbst ein Handelsverbot für Robbenprodukte aus Kanada verworfen hat», erklärt Vera Weber. Anlässlich der Einreichung einer Petition für ein Importverbot bei der Bundesverwaltung präsentierte Vera Weber gestern in Bern ihre erschreckenden aktuellen Filmaufnahmen der Robbenjagd.

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