"Ohne Delfinarien wäre Delfinjagd nicht lukrativ." Grosses Interview im "Standard"

27. Mär 2012

Der Standard

Autor Hans Peter Roth berichtet in seinem Buch von den grausamen Praktiken der Delfinjäger. Er begleitete Delfinjäger Richard O'Barry, Hauptprotagonist im Oscar-gekrönten Film "Die Bucht", mehrmals zur berüchtigten Bucht von Taiji.

Der Dokumentarfilm "Die Bucht" ("The Cove") sorgte 2009 für Aufsehen. Darin wurde das Schlachten von Delfinen in der japanischen Bucht von Taiji dokumentiert. 2010 gab es dafür einen Oscar. Der Journalist Hans Peter Roth begleitete Protagonist und Tierschützer Richard O'Barry im Herbst 2008 nach Taiji. Dabei wurde er von Delfinjägern auf öffentlichem Boden tätlich angegriffen. Ein ARD-Team filmte den Vorfall, eine Sequenz davon ist im Film zu sehen. Gemeinsam mit O'Barry hat Roth das Buch "Die Bucht: Flippers grausames Erbe" geschrieben. Im Gespräch mit derStandard.at berichtet er von der aktuellen Situation von Delfinen und Walen in Japan.

derStandard.at: "The Cove" hat vor zwei Jahren einen Oscar gewonnen. Hat dadurch ein Umdenken in Japan stattgefunden?

Hans Peter Roth: Teilweise. Die Nachfrage nach Delfinfleisch ist weiter zurückgegangen. Der Film hat aber auch einen starken nationalistischen Trotzreflex ausgelöst. Nach dem Motto: "Von den Amerikanern lassen wir nicht mit dem Finger auf uns zeigen."

derStandard.at: Wie viele Delfine werden pro Jahr in der Bucht von Taiji getötet?

Roth: Die Fangquote ist innerhalb der letzten Jahre von rund 2.400 auf 2.100 gesunken. Dieses Jahr wurden rund 820 Tiere gefangen, circa 720 davon getötet, etwa 50 in Gefangenschaft genommen und 50 freigelassen.

Dies sind inoffizielle Zahlen, die von Beobachtungen und manchmal unpräzisen Zählungen von Aktivisten stammen, welche versuchen, die Delfinjagd-Aktivitäten vor Ort zu überwachen. Ein Unsicherheitsfaktor ist die Harpunenjagd, wo Delfine im offenen Meer erlegt werden. Dies lässt sich sehr schwer beobachten und kontrollieren.

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