Berner kämpft gegen brutale Delfinkiller in Japan

18. Nov 2012

20 min

SIGRISWIL. Ein Berner kämpft gegen die Delfinjagd in Japan. Bei seinen Missionen wurde er bereits selbst zum Opfer.

Im japanischen Küstendorf Taiji treiben Fischer Hunderte Delfine mit Eisenstangen in eine Bucht: «Ich hörte die Schreie der Tiere und sah, wie sich das Meer rot verfärbte», schildert Hans Peter Roth aus Sigriswil die schreckliche Szene.

Letzte Woche ist er von einem einmonatigen Japan-Aufenthalt zurückgekehrt. Der 45-Jährige setzt sich dort seit 2008 gegen das Abschlachten von Delfinen ein. Nun sieht er erste Fortschritte: Noch vor drei Jahren seien in Taiji pro Jahr fast 2000 Tiere getötet worden – heute seien es weniger als 900. «Das macht mir Mut.»

Seine Mission: Er zeigt Einheimischen auf, wie sie die Delfinjagd stoppen können. Angetrieben wird Roth von der Empörung über die Treibjagden. Er selbst wurde auch schon Opfer der brutalen Jäger: «Ich habe gefilmt, wie sie die
Tiere quälen. Da haben mich die Jäger verprügelt», so der freie Journalist.

Per Zufall filmte der deutsche TV-Sender ARD den Vorfall: «Der Ausschnitt schaffte es dann in den Dok-Film ‹Die Bucht›.» Der Film bekam 2010 den Oscar und hat Roth in seinem Engagement bestärkt: «Ich werde so lange weiterkämpfen, bis die Delfinjagd aufhört.» Spätestens im Herbst 2013 will er wieder nach Japan zurückkehren. ST

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