Delfine

Uralte Verbindung

«Wale und Delfine zu töten ist dasselbe wie das Töten eines Freundes!» Davon ist Felix Gastpar überzeugt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Schweizer Hermetiker und Priesterarzt intensiv mit Gott und der Menschenwelt und demzufolge auch mit dem Umgang und der Verantwortung des Menschen seiner Mitwelt gegenüber. «Von allen Tieren stehen Delfine und Wale den Menschen am nächsten», meint der Heilpraktiker, der damit diese Meeressäuger dennoch keineswegs vermenschlichen will: «Sie gehören zum Reich der Tiere und stehen also unter dem Menschen, so wie die Affen auch, denen die Wale und Delfine überlegen sind.» Affen seien gemäß der weltweit «in allen Kulturen identischen hermetischen Überlieferung als eine Degenerationslinie aus der menschlichen Entwicklung» zu betrachten, während Delfine und Wale sich zusammen mit den Menschen weiter entwickelten, wenn auch viel langsamer.»

Felix Gastpar weist auf die «offensichtliche, seit Jahrtausenden bestehende Freundschaft» zwischen Delfinen und Menschen hin, welche beiden hilfreich sei. «Die Mythologie der Griechen, aber auch unserer fast verloren gegangenen nordeuropäischen Runen-Kultur sowie die Überlieferungen vieler weiterer Kulturen seit Jahrtausenden bis in die Gegenwart, sind Zeugen dafür.» Diese Tiere abzuschlachten, sei daher «unsagbar dumm» und müsse im Sinne des Karma-Gesetzes – was man sät, wird man ernten – auf die gesamte Menschheit zurückfallen; was ja auch unübersehbar stattfinde: «Nimmt man ein wichtiges Wesen aus dem bio-logischen, also Lebens-logischen Kreislauf heraus, fällt in der Folge der ganze Kreislauf immer mehr in sich zusammen, was den Tod der Meere zur Folge hat und sich von da aus auf den ganzen Planeten und alle anderen Wesen verhängnisvoll auswirkt.»

Felix Gastpar sieht die Verbindung zwischen Walen, Delfinen und Menschen viel weiter zurückreichend als in die Zeit der Antike. Zu atlantischen Zeiten, also während der Existenz des sagenumwobenen Inselkontinents im Atlantik, sei die intuitive Verbindung zwischen den damaligen Menschen und den Meeressäugern noch viel inniger gewesen. «Das Bewusstsein der damaligen Menschen war ganz anders als heute. Sie waren noch auf eine bewusstlose Weise eins mit der göttlichen Natur, hatten noch kaum ein Ich-Bewusstsein, verfügten aber in Folge dessen über magisch-instinktive Fähigkeiten.» Daher seien sie unter anderem in der Lage gewesen, mit Walen, Delfinen und der gesamten Tierwelt zu kommunizieren.

«Der dazumal noch alchimistische Labortisch wurde nicht benutzt zum Sezieren, Kontrollieren, Manipulieren und/oder Vernichten von Leben», sagt Felix Gastpar weiter: «sondern er war ein Altar, benutzt mit natürlichem heiligem Respekt vor der Schöpfung.» Erst als sich dies änderte, als Egoismus und entsprechendes Machtdenken in den damaligen Menschen Einzug hielten, hätten sie sich gewissermaßen selbst aus dem „Paradies“ vertrieben. «Unweigerlich folgte der Niedergang und Untergang der atlantischen Zivilisation. Doch bevor dies geschah, setzten sich die geistigen Führer der damaligen Menschenheit - der sogenannte Manu, mit seinen neun Meisterschülern - nach Europa, Ägypten, Tibet und Indien ab.» Dort gründeten die geistigen Führer gemäß der hermetischen Überlieferung ihre nach-atlantischen Einweihungsstätten und setzten damit die Keime der neuen Menschheitskulturen, «deren Niedergang wir wiederum heute miterleben» wie der Heilpraktiker ergänzt, «bevor dieser Zyklus - „Frühling-Sommer-Herbst-Winter“ - erneut beginnt.»

Doch zuvor sei Atlantis in einer derartigen Weise anders gewesen, «dass es sich die heutigen intellektuell freiwillig selbstbeschränkten Menschen gar nicht vorstellen können, weswegen die meisten archäologischen und ethnologischen Forschungsergebnisse entsprechend verständnislos an dieser Menschheitsgeschichte vorbeigehen.» Felix Gastpar spricht von der atlantischen Zeit als einer Epoche, wo Delfine und Wale mit den Menschen zusammen am Lebensgeflecht dieses Planeten wirkten. «Die damaligen Menschen erkannten intuitiv das verborgene Walten der Natur und ihre eigene Verbundenheit damit. Sie erkannten beispielsweise, dass die Walgesänge der Aufrechterhaltung des Lebensgeflechts der Ozeane und der gesamten Erde dienten; dass von diesen Schwingungen eine Leben spendende und heilsame Wirkung ausging.» Die großen Wale seien als eine Art «alte Weise» betrachtet worden, während die Delfine als deren Boten und Arbeiter gegolten hätten, «ähnlich der menschlichen Hierarchie, mit den großen spirituellen Führern und deren Meisterschülern».

Trotz allem, was die Menschenwelt in den letzten Jahrhunderten – vor allem im industriellen Zeitalter – den Walen und Delfinen angetan hat, scheint diese freundschaftliche Verbindung zumindest von den Meeressäugern gegenüber den Menschen bis zum heutigen Tag nicht abgerissen zu sein, vermutet Felix Gastpar, – noch nicht. Er verweist auf Filme wie «The Big Blue» von Luc Besson (in dessen Verleih auch die französische Ausgabe von «The Cove» ist), wo die menschliche Sehnsucht nach der Wasserwelt – oder nach dem verschollenen Atlantis – und die freundschaftliche Verbindung mit Delfinen erschütternd dargestellt wird. Mit Blick auf Japan gilt ähnliches für die Filme des japanischen Kult-Regisseurs Hayao Myazaki, etwa sein Meisterwerk «Prinzessin Mononoké».

In der Tat klingen noch immer viele Menschen in tief gehender Resonanz an, wenn sie im offenen Meer eine Begegnung mit Delfinen oder Walen erleben dürfen. Sie sind auf eine unbeschreibliche Weise berührt. Das habe ich auf verschiedenen Reisen und während Walforschungswo­chen von OceanCare auf dem Mittelmeer immer wieder mit eigenen Augen beobachtet und selber nachempfinden können. Unseligerweise lässt sich dieser intuitive Zugang «abtöten» durch zuviel akademischen Intellekt, welcher auch das vorherrschende atheistisch-materialistische Weltbild und die daraus hervorgehenden Menschheitskatastrophen zur Folge hat.

Bildlich gesprochen wandelt sich so der Labortisch vom Altar, der das Leben heiligt, zum Seziertisch, auf dem der intellektuell-analytische Forscher alles aufspaltet, abtrennt, seziert und so vom eigentlich Ganzen, dem Leben, nur das übrig lässt, was er für seine egoistischen Zwecke (miss-) brauchen kann. Es mangle an der Verbindung von Religion und Wissenschaft, also an der Existenz einer wahren Geisteswissenschaft, wie sie ursprünglich von den genannten spirituellen Führern der Menschheit immer gelehrt worden sei und noch immer gelehrt werde, sagt der Hermetiker Felix Gastpar: «Der hierzulande bekannteste solche Vertreter ist wohl Rudolf Steiner und - zum Thema hier passend – der von ihm angeleitete bio-dynamische Landbau, welcher Kosmos, Weltnatur und Mensch miteinander verbindet, erklärt und entwickelt.»

Selbst das beschriebene feine innere Ahnen um das uralte Band zwischen Mensch und Delfin und die damit verbundenen Sehnsüchte haben die Marketingleute hinter den Delfinarien schlau durchschaut und ihrem Geschäftssinn geopfert. Schlimmer noch: Die «heilsamen Schwingungen», die von den Delfinen ausgehen, sollen diese zu «Therapeuten» machen, als ob ein traumatisiertes, gefangen gehaltenes und damit selbst gestörtes Tier «Therapeut» sein könnte. Nun, es kann es, wie alle großen Seelen, aber um wie viel größer und peinlicher für uns Menschen wird dadurch noch diese Tragödie!

Um wie viel schöner, echter und einprägsamer für den Rest des Lebens ist hingegen die Begegnung im offenen Meer, statt die Tiere eingepfercht, zu Clowns erniedrigt und als «Therapeuten» missbraucht zu «konsumieren».

 

Anmerkung:
Den für „Die Bucht“ Verantwortlichen des Delius Klasing Verlags hat dieses Unterkapitel nicht ins Gesamtkonzept des Buches gepasst. Mir (Hans Peter Roth) als dessen Verfasser aber schon. In der insgesamt sehr angenehmen und erfreulichen Zusammenarbeit mit dem Verlag war die Verlags-Zensur an dieser Stelle für mich das einzige große Ärgernis beim Werden des Buches. Damit ist meiner Meinung nach ein kleiner, aber wichtiger Baustein aus dem Gesamtwerk herausgerissen worden. Deshalb soll dieser „Baustein“ als Ergänzung hier für alle zugänglich sein.